| Diese Frage bewegt die Menschen von jeher, darüber haben große Philosophen nachgedacht. Auch heute sieht man sich in vielen Lebensbereichen mit der Sehnsucht nach ewiger Jugend und Schönheit konfrontiert. Doch bleibt sie in erster Linie dem Sichtbaren, der äußeren Schönheit verhaftet, die Assoziation mit inneren Werten wird weitgehend ausgeklammert.
Deshalb liegt es nahe, sich die Frage zu stellen, wie vergangene Kulturen mit dem Phänomen »Schönheit« umgingen. Am Beispiel Altägyptens lässt sich dank des überlieferten Quellenreichtums aus vier Jahrtausenden ein hoch interessantes und zum Nachdenken anregendes Bild gewinnen, was man damals unter »Schönheit« (neferu) verstand. Denn aus dem Wort nefer »schön« entwickelten die Ägypter vielfältige Facetten des Begriffs von sichtbarer, äußerer Schönheit über Vollkommenheit in Funktion und Form bis zur inneren Schönheit des Menschen. Auch die Mumifizierung, die Sehnsucht nach ewiger Vollkommenheit im Jenseits, wird mit dem Begriff »nefer« verbunden. Diese Vielschichtigkeit darzustellen und zu vermitteln, ist das Anliegen der Hildesheimer Ausstellung mit ihren über 350 Exponaten darunter eindrucksvolle, bisher noch nie gezeigte Leihgaben des Ägyptischen Museums Berlin und des Kestner-Museums Hannover.
|